Es gibt so einige Bücher auf dem Markt, die sich mit Homöopathie für Kinder beschäftigen. Das ist komisch, da es wirklich nicht nötig ist, auch nur eines davon zu lesen.
Also vergessen Sie diese Bücher. Alles, was Sie über Homöopathie für Kinder wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.
Es ist ganz einfach: Wenn Sie Ihr Kind lieben, geben Sie ihm keine Homöopathie, denn sie ist keine richtige Medizin.
Homöopathie wirkt nicht natürlich, sie wirkt natürlich nicht.
Wenn Ihr Kind richtig krank ist, geben Sie Ihrem Kind bitte richtige Medizin oder — falls nötig — gehen Sie mit Ihrem Kind zu einem richtigen Arzt.
Geben Sie Ihrem Kind auch keine anthroposophischen Fieberzäpfchen, die zwar nicht zur Homöopathie gehören, aber nach homöopathischen Verfahrensweisen hergestellt wurden und dementsprechend auch nicht in der Lage sind, Fieber zu senken.
Wenn es nötig wird, das Fieber zu bekämpfen, geben Sie Ihrem Kind bitte Paracetamol- oder Ibuprofen-Zäpfchen. Bei Bedarf auch im Wechsel. Sie können statt der Zäpfchen natürlich auch den jeweiligen Saft verwenden. Lassen Sie Ihr Kind bitte nicht unnötig leiden. Es hat sich seine Eltern nicht ausgesucht, es kann nur darauf hoffen, dass Sie ihm helfen. Und zwar nicht nach Ihrem besten Wissen, sondern nach dem besten verfügbaren Wissen. Und damit mit den bewährten und nachweislich wirksamen Methoden.
Leidet Ihr Kind an sehr hohem Fieber, ist das ein Fall für den Arzt. Für einen richtigen Arzt.
Gehen Sie nicht zu einem Heilpraktiker. Ein Heilpraktiker ist kein Arzt. Ein Heilpraktiker macht in den meisten Fällen genau das, was als wissenschaftlich widerlegt gilt: Er empfiehlt Ihnen Homöopathie, Schüßler-Salze, anthroposophische “Medizin”, Bach-Blüten oder sonst etwas, das nichts weiter als einen Placeboeffekt aufweisen kann.
Wenn Sie glauben, dass der Heilpraktiker aber Recht hat, dann setzen Sie sich bitte mit der Theorie hinter diesen Methoden auseinander. Glauben Sie es dann immer noch, fehlen Ihnen vielleicht einfach nur wichtige Grundlagen, um das Ganze verstehen zu können. Das ist keine Schande. Man kann nicht alles wissen.
Ein Kinderarzt, der sich wie ein Heilpraktiker verhält und Ihnen Homöopathie für Ihre Kinder empfiehlt, ist selbst nicht empfehlenswert.
Es gibt zwei Möglichkeiten, warum Ihr Kinderarzt Ihnen Homöopathie für Ihre Kinder empfiehlt:
- Er ignoriert alle wissenschaftlichen Studien und glaubt, der Placeboeffekt des Mittelchens wäre die tatsächliche Wirkung des Mittelchens.
- Er verschreibt Ihnen kein richtiges Arzneimittel, sondern nur Globuli, damit Sie zufrieden gestellt sind und nicht ohne ein Rezept die Praxis verlassen müssen. Globuli auf Rezept bedeutet übrigens auch, dass die Krankenkasse Geld verschwenden muss, das die Mitglieder der Krankenkasse eingezahlt haben.
Das gilt natürlich auch für alle anderen Ärzte. Sie können keinem Arzt vertrauen, wenn es um wichtige medizinische Entscheidungen geht, wenn der Arzt durch Homöopathie klar deutlich macht, dass er meint, es besser als die Wissenschaft zu wissen.
Es versteht sich von selbst, dass Sie ebensowenig einem Apotheker vertrauen können, der Ihnen Homöopathie empfiehlt.
Vielleicht ist das, was Ihr Kind hat, auch gar nicht so schlimm. Vielleicht hat es nur eine leichte Erkältung. Das ist in der Regel kein Grund, den Arzt aufzusuchen.
Vielleicht hat es auch nur eine leichte Verletzung, einen Kratzer zum Beispiel, weshalb es weint. Geben Sie ihm lieber Liebe statt Globuli. Nehmen Sie es in den Arm. Trösten Sie es.
Wenn Sie Ihrem Kind jedesmal Globuli geben, wenn es hingefallen ist, werden Sie Ihr Kind schließlich darauf konditionieren, dass es wegen jeder Kleinigkeit ein Arzneimittel einnehmen muss.
So wird es auch später viel wahrscheinlicher zu Arzneimitteln greifen, wenn es darauf hätte verzichten können. Wollen Sie das etwa?
Ich denke nicht.

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