In meinem Artikel „Was ist eigentlich der Placeboeffekt?” ging es darum, – und ich weiß, das kommt jetzt etwas überraschend – was  der Placeboeffekt eigentlich ist.

Dieser Artikel ist seinem bösen Zwillingsbruder gewidmet: Dem Noceboeffekt.

Der Noceboeffekt beruht auf einer negativen Erwartungshaltung und ist zum Beispiel dafür verantwortlich, dass das Risiko des Auftretens einer Nebenwirkung größer ist, wenn man von der Nebenwirkung weiß beziehungsweise sie erwartet.

Ich bin immer dafür, dass die Menschen die Beipackzettel der Arzneimittel lesen, die sie einnehmen müssen, allerdings kann das Lesen des Beipackzettels auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass eine dort aufgelistete Nebenwirkung auftritt.

Nimmt man ein neues Medikament gegen eine Erkrankung ein und liest, dass im Beipackzettel steht, dass bei der Einnahme Magen-Darm-Beschwerden häufig sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ebenjene Beschwerden tatsächlich auftreten, größer, als wenn man nichts davon gewusst hätte.

Ein weiteres Beispiel:

Viele Menschen sind laktoseintolerant. Das heißt, ihr Darm bildet nicht genügend oder gar keine Laktase.

Laktase ist ein Enzym, das durch Nahrung zugeführte Laktose, ein Zweifachzucker, in die beiden Einfachzucker D-Galaktose und D-Glukose aufspaltet. 

Kleine Mengen Laktose können, falls zumindest etwas Laktase gebildet wird, meist gespalten werden, größere hingegen nicht.

Wird also eine größere Menge Laktose nicht in ihre Einfachzucker gespalten, bevor sie in den Dickdarm gelangt, wird sie dort von Darmbakterien aufgenommen. Die wiederum bauen sie ab, wobei die Gase Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff entstehen, die zu unangenehmen Blähungen führen. 

Zwei der Gase sind brennbar. Don’t try this at home.

Da die Laktose außerdem Wasser in den Darm zieht, kommt es auch zu Durchfällen, die ebenfalls unangenehm sind.

Da viele Tabletten als Trägersubstanz Laktose enthalten, wollen laktoseintolerante Patienten verständlicherweise unbedingt laktosefreie Tabletten haben, da sie selbst bei kleinen Mengen Laktose schon einen verrücktspielenden Darm erwarten.

Weil sie es von ihrem Darm erwarten, erfüllt er ihnen ihren Wunsch dann auch meistens.

Lag der Durchfall also an der zugeführten Laktose, die in dieser winzig kleinen Tablette steckte, oder an der Angst vor den unangenehmen Auswirkungen der Laktose?

Anders gefragt würden sie Durchfall bekommen, wenn sie glaubten, dass keine Laktose in den laktosehaltigen Tabletten enthalten wäre?

Manche definitiv, aber mit Sicherheit nicht alle.

Der Nocebo-Effekt kommt aber nicht nur bei Arzneimitteln vor. Manche Menschen leben zum Beispiel neben Funkmasten und meinen, dass ihr Wohlbefinden dadurch gestört wird. Es gab wohl Fälle, in denen sich Menschen darüber beschwerten, dass es ihnen wegen der Strahlung schlecht gehe. Was sie nicht wussten, war, dass der Mast noch gar nicht in Betrieb genommen wurde.

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Ein Kommentar zu „Was ist eigentlich der Noceboeffekt?“

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