Als Spagyrik wird eine von Paracelsus, einem Arzt und Naturphilosophen des 16. Jahrhunderts, eingeführte alchemistische Arzneimittellehre bezeichnet.
Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Griechischen, kombiniert aus „spãn“ (herausziehen) und „ageírein“ (sammeln).
Die Spagyrik basiert auf dem Grundsatz, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen, um heilende Mittel wie Tinkturen zu erstellen. In anderen Worten: Sie zielt darauf ab, natürliche Heilmittel herzustellen, indem man Pflanzen und Mineralien in ihre Grundbestandteile zerlegt und dann wieder zu einer harmonisierten Essenz zusammenführt.
Die Herstellung spagyrischer Präparate folgt verschiedenen Methoden wie zum Beispiel der Gärung, der Destillation und der Veraschung.
Diese Schritte sollen in Einklang mit kosmozyklischen Abläufen erfolgen.
Was heißt das?
Das Wort “kosmozyklisch” ist eine Kombination aus „Kosmos“ (Welt) und „zyklisch“ (kreisförmig, wiederkehrend). In der Spagyrik geht man davon aus, dass alles in der Natur von kosmischen Zyklen beeinflusst wird. Zum Beispiel den Phasen des Mondes oder den Positionen der Planeten. Das gilt auch für die Gesundheit des Menschen.
Spagyriker glauben zum Beispiel, dass bestimmte Pflanzen zu speziellen Mondphasen geerntet oder Essenzen zu bestimmten astrologischen Konstellationen zubereitet werden müssen, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Das soll die Harmonie zwischen Mikrokosmos (Mensch) und Makrokosmos (Welt) fördern.
Die verwendeten Substanzen sind meistens Pflanzen, Mineralien und Metalle.
Sechs verschiedene Verfahren zur Herstellung spagyrischer Mittelchen, die sich deutlich voneinander unterscheiden, fanden Eingang in das Homöopathischen Arzneibuch.
Die daraus resultierenden Spagyrika werden deshalb wie homöopathische Arzneimittel behandelt. Sie müssen nicht zugelassen, sondern nur registriert werden. Das heißt, eine Wirksamkeit muss nicht nachgewiesen werden. Sie dürfen den Patienten nur nicht schaden.
Spagyrika werden als Tropfen, in Form einer alkoholischen Lösung oder als Globuli eingenommen. Spagyrische Mittelchen gibt es zum Beispiel auch als Sprays, Salben oder als Bäder.
Vermutlich kommt es jetzt nicht überraschend, aber spagyrische Mittelchen haben keine Wirkung, die über den Placeboeffekt hinausgehen. Sie sind Teil der Pseudomedizin.

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