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Bei der Auswahl von Wunddesinfektionsmitteln stehen Octenidin und Polihexanid an erster Stelle, dank ihres breiten Wirkspektrums und ihrer effizienten Anwendung. 

Octenidin zeichnet sich besonders durch seine schnelle Wirkung aus, die bereits nach ein bis zwei Minuten Einwirkzeit einsetzt, im Gegensatz zu den 15 Minuten, die für Polihexanid erforderlich sind. 

Allerdings ist bei der Anwendung von Octenidin Vorsicht geboten, da eine Injektion in tiefere Gewebeschichten schwere Gewebeschäden verursachen kann.

Im Vergleich dazu wird PVP-Jod, trotz seiner Beliebtheit, aufgrund einiger Einschränkungen nur als zweite Wahl betrachtet. 

PVP-Jod besteht aus dem Polymer Polyvinylpyrrolidon (Povidon), das Jod bindet und so seine Löslichkeit in Wasser und organischen Lösungsmitteln ermöglicht. 

PVP-Jod führt nicht zu einem Brennen in der Wunde, da das Jod in Wasser und nicht in Alkohol gelöst ist – im Gegensatz zu den normalen Jodtinkturen, wie man sie noch von früher kennt.

PVP-Jod ist haut- und schleimhautverträglich und verursacht seltener allergische Reaktionen als Jodtinkturen. Seine Wirksamkeit beruht auf der Freisetzung von Jod, einem starken Oxidationsmittel, das gegen Pilze, Bakterien und Viren wirksam ist. 

Bei der Anwendung verändert sich die braune Farbe der Salbe oder Lösung, was auf die Oxidation von Keimen und die Reduktion des Jods zu Jodid hinweist. Eine Farbveränderung zeigt an, dass die Wirksamkeit des Jods erschöpft ist und eine erneute Anwendung notwendig wird.

Ein Problem und der Grund, warum es nur die zweite Wahl ist, ist jedoch, dass Jod durch Kontakt mit Blut, Eiter und Wundsekret inaktiviert wird, was seine Wirksamkeit gerade in den Momenten einschränkt, in denen es am häufigsten angewendet wird. 

Hinzukommt das Risiko, dass Jod über die Wunde ins Blut gelangt und bei Personen mit Schilddrüsenerkrankungen zu Problemen führen kann.

Aus diesen Gründen sind Octenidin und Polihexanid gegenüber PVP-Jod für die Wunddesinfektion zu bevorzugen. Octenidin wird wegen seiner schnelleren Wirkung wesentlich häufiger in der Apotheke gekauft als Polihexanid.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine überarbeitete Ausgabe meines informativen Infoletters.

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