Auf Steady kannst du meinen voraussichtlich täglich erscheinenden Infoletter abonnieren. Jede 5. Ausgabe ist kostenlos. Klicke hier: #DerApothekerInformiert – die kostenlosen Ausgaben

Mehr Infos

Pseudoephedrin ist ein indirektes Sympathomimetikum, das meistens in Kombipräparaten zur Behandlung einer Erkältung verwendet wird.

Als indirektes Sympathomimetikum wirkt es nicht direkt auf die Rezeptoren in den Gefäßen, sondern stimuliert die Freisetzung von Noradrenalin, welches dann vor allem an die Alpha-, aber auch an die Beta-Rezeptoren bindet und diese stimuliert.

Das hat zur Folge, dass  sich die Gefäße der Nasenschleimhaut verengen und man wieder frei durch die Nase atmen kann.

Pseudoephedrin hat im Vergleich zu einem Nasenspray den Vorteil, dass es  nicht der Nasenschleimhaut schadet und sogar die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen abschwellen lässt. 

Wichtig zu wissen ist, dass Pseudoephedrin auch einen aufputschenden Effekt hat. Das ist ein Vorteil, wenn man sich wegen einer Erkältung etwas schlapp fühlt, aber auch ein Nachteil, wenn man so nicht zu seinem erholsamen Schlaf kommt.

Ein weiterer Nachteil im Vergleich zum Nasenspray ist, dass das Pseudoephedrin auch die übrigen Gefäße im Körper verengt, was den Blutdruck erhöht und folglich bei Menschen, die ohnehin schon einen erhöhten Blutdruck haben, zu Problemen führen könnte.

Was man auf keinen Fall machen sollte, ist ein Kombipräparat, das Pseudoephedrin enthält, mit einem Nasenspray zu kombinieren. Dadurch kann der Blutdruck aufgrund der Gefäßverengung plötzlich stark ansteigen.

Grundsätzlich sollte man bei Kombipräparaten immer abwägen, ob man überhaupt alle Symptome hat, gegen die das Präparat wirken soll. Viel zu häufig werden so Arzneistoffe eingenommen, die man nicht benötigt. 

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat vor kurzem Maßnahmen bestätigt, um das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen pseudoephedrinhaltiger Arzneimitteln zu minimieren. 

Diese Entscheidung geht darauf zurück, dass Pseudoephedrin mit dem Risiko für ein posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom (PRES) und ein reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom (RCVS) verbunden ist. 

Bei beiden Zuständen kommt es, aufgrund der Gefäßverengung, zu einer verminderten Blutversorgung des Gehirns, was zu schweren, lebensbedrohlichen Komplikationen führen könnte.

Es wurde daher empfohlen, dass pseudoephedrinhaltige Arzneimittel nicht bei Patienten mit schwerem oder unkontrolliertem Bluthochdruck oder bei schweren Nierenerkrankungen angewendet werden sollten, da diese Erkrankungen als Risikofaktoren für PRES und PCVS gelten.

Zu den Symptomen, die bei PRES oder RCVS auftreten, gehören starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrung, Krampfanfälle und Sehstörungen.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine überarbeitete Ausgabe meines informativen Infoletters.

Abonniere kostenlos jede fünfte Ausgabe: #DerApothekerInformiert – die kostenlosen Ausgaben

Alle Ausgaben des Infoletters bekommst du für rund 13 Cent pro Ausgabe. Damit erhältst du wichtige Informationen über Pseudomedizin, Arzneimittel, Krankheiten und vieles mehr.

Mitglieder im #DerApothekerClub erhalten nicht nur jede Ausgabe meines Infoletters, sondern auch ein Buch nach Wahl mit persönlicher Widmung sowie weitere Vorteilen.

Mehr Infos sowie eine Liste aller alten und zum Teil auch neuen Ausgaben des Infoletters findest du hier: Mein Infoletter

Weitere Themen, über die ich etwas geschrieben habe, findest du in der Themenliste.

Mehr Infos

Meine Bücher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Beliebt