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Das Wort „Cortison” wird umgangssprachlich für Glucocorticoide verwendet.

Glucocorticoide sind sogenannte Steroidhormone, also Hormone, die ein Steroidgerüst und damit eine ähnliche chemische Struktur wie Cholesterin aufweisen.

Beispiele sind: Prednison, Dexamethason, Triamcinolon, Betamethason, Budesonid, Fluticason, Beclometason, Mometason und Hydrocortisonacetat.

Glucocorticoide wirken antientzündlich, antiallergisch und immunsuppressiv (das Immunsystem unterdrückend).

Häufig haben die Menschen Angst davor, sie einzunehmen, weil sie sich vor den Nebenwirkungen fürchten.

Nimmt man Glucocorticoide über den Mund ein, zum Beispiel bei stärkeren allergischen Reaktionen oder bei rheumatischen Erkrankungen, haben sie das höchste Risiko für unerwünschte Wirkungen.

Aber selbst die Einnahme hoher Einzeldosen führt für gewöhnlich nicht zu gefährlichen Nebenwirkungen. Auch nicht bei einer längerfristigen Einnahme.

Um das Risiko für Nebenwirkungen zu reduzieren, sollte man systemisch wirkende Glucocorticoide am besten morgens zwischen 6 und 8 Uhr einnehmen.

Um diese Zeit ist die Sekretion des körpereigenen Glucocorticoids, dem Cortisol, am höchsten.

Dadurch wird der natürliche Rhythmus des Körpers am wenigsten gestört.

Die Freisetzung des Cortisols wird sowohl über den Hypothalamus als auch die Hypophyse reguliert.

Ist zu wenig Cortisol im Blut vorhanden, wird im Hypothalamus ein Hormon freigesetzt, das dafür sorgt, dass in der Hypophyse ein anderes Hormon ins Blut abgegeben wird, das wiederum die Nebennierenrinde dazu anregt, neues Cortisol zu bilden. 

Befindet sich zu viel Cortisol beziehungsweise ein anderes Glucocorticoid im Blut, kommt es zu einer negativen Rückkopplung.

Es wird dann der Befehl gegeben, weniger Cortisol bzw. kein Cortisol mehr zu bilden.

Muss man also längerfristig hohe Dosen eines Glucocorticoids einnehmen, hätte die Nebennierenrinde nichts mehr zu tun und würde sich zurückbilden. Die Anzahl der Zellen, die für die Cortisolproduktion verantwortlich sind, geht in der Folge zurück. Die Nebenniere wird kleiner. Man spricht dabei von einer Atrophie.

Setzt man nun sein Glucocorticoid abrupt ab, wäre die Nebennierenrinde nicht sofort wieder in der Lage, Cortisol in der benötigten Menge herzustellen.

Um zu verhindern, dass das passiert, muss man das „Cortison” ausschleichen. 

Ausschleichen bedeutet, dass man die Dosis eines Arzneimittels immer weiter reduziert. Man nimmt statt einer ganzen Tablette zum Beispiel nur noch eine Hälfte ein, dann nur noch ein Viertel. Vorausgesetzt, die Tablette ist teilbar.

Falls nicht, kann man alternativ das Dosierungsintervall erhöhen. Das bedeutet, dass man statt einer ganzen Tablette täglich nur noch eine ganze Tablette alle zwei Tage einnimmt. Und so weiter. So kann sich die Nebennierenrinde langsam darauf einstellen, dass sie wieder mehr Cortisol zur Verfügung stellen muss.

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine überarbeitete Ausgabe meines informativen Infoletters.

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