Die „Pille danach“ ist umgangssprachlich für die seit 2015 nicht mehr verschreibungspflichtigen Notfallkontrazeptiva Levonorgestrel und Ulipristalacetat.
Man nimmt sie ein, wenn es – warum auch immer – zu einem ungeschützten Geschlechtsverkehr kam.
Beide Wirkstoffe sind weder Verhütungsmittel noch Mittel zum Abtreiben, sie verschieben lediglich den Eisprung um bis zu fünf Tage nach hinten, sodass die Spermien absterben, bevor sie die Eizelle erreichen können.
Levonorgestrel ist bis zu drei Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr und Ulipristalacetat sogar noch bis zu fünf Tage danach wirksam.
Allerdings sollte die Pille danach so schnell wie möglich eingenommen werden. Lässt man sich die drei oder fünf Tage Zeit, bevor man die Tablette einnimmt, kann man trotz Pille danach schwanger werden. Nämlich dann, wenn der Eisprung bereits in dieser Zeit stattfand, die man mit Warten verbracht hat.
Das heißt: Wer auf gar keinen Fall schwanger werden möchte, sollte auch nachts in die Apotheke gehen, um die Pille danach zu kaufen.
Allerdings ist eine Befruchtung grundsätzlich nur im sogenannten fertilen Fenster möglich, das sechs Tage lang geöffnet ist – fünf Tage vor und einen Tag nach dem Eisprung.
Der weibliche Zyklus dauert meist zwischen 21 und 35 Tage. Er beginnt mit dem ersten Tag der Monatsblutung und endet einen Tag vor der nächsten Monatsblutung. Zehn bis 16 Tage vor der nächsten Monatsblutung findet in den meisten Fällen der Eisprung statt.
Da man aber nicht unbedingt weiß, wann der Eisprung stattfindet, sollte man – aus Sicherheitsgründen – immer auf die Pille danach setzen. (Ja, manche Frauen spüren, wenn ihr Eisprung stattgefunden hat.)
In der Apotheke geben wir die Pille danach nur nach einem ausführlichen Gespräch ab, in dem wir ein paar Fragen stellen müssen. Zum Beispiel fragen wir, am wievielten Zyklustag der ungeschützte Geschlechtsverkehr stattgefunden hat – meistens war es der 14. Tag -, wie verhütet wurde und ob sonst noch Arzneimittel eingenommen werden. Es könnte nämlich möglich sein, dass die Pille danach sich nicht mit den anderen Arzneimitteln verträgt.
Das Gespräch kann am HV-Tisch, aber auch im Beratungsraum stattfinden.
Wir geben die Pille danach für gewöhnlich auch nicht an den Partner ab, sondern nur an die betroffene Frau.
Da sie nur im Notfall eingenommen werden sollte, wird sie auch nicht auf Vorrat abgegeben. Ja, es wäre theoretisch sicherer, sie direkt zu Hause zu haben. So wird aber deutlich gemacht, dass es sich dabei um kein reguläres Verhütungsmittel handelt, das einfach nach jedem Geschlechtsverkehr eingenommen wird.
Wichtig ist auch, dass einem von der Pille danach übel werden kann. Wird sie innerhalb von drei Stunden erbrochen, muss eine weitere eingenommen werden. Die Pille danach kann auch die nächste Menstruation verschieben – sie kann bis zu sieben Tage früher oder später kommen. Aber auch eine Verspätung von zwanzig Tagen ist möglich.
Die Pille danach kann natürlich auch vom Frauenarzt verordnet werden. Frauenärzte bevorzugen das natürlich. Es hat den Vorteil, dass die Frauen untersucht werden können und Frauen unter 18 Jahren sie sogar kostenlos auf Rezept bekommen. Frauen ab 18 bis zum vollendeten 22. Lebensjahr bezahlen fünf Euro Zuzahlung.
Der Nachteil ist natürlich, dass es schneller geht, sie in der Apotheke zu kaufen und auch nicht immer ein Frauenarzt verfügbar ist. Gerade bei der Pille danach ist es – wie erwähnt – wichtig, sie so schnell wie möglich einzunehmen.

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