Man spricht von Durchfall, wenn man mehr als dreimal am Tag Stuhlgang hat und der Stuhl dabei breiig oder dünnflüssig ist und einen Wassergehalt von 75 Prozent oder mehr aufweist.
Die Masse des Stuhls muss auch noch mindestens 250 Gramm betragen. Sonst ist es kein Durchfall. So ist die Definition. Da kann man nichts machen. 249 Gramm? Sorry, kein Durchfall.
Kommen sie dann tatsächlich auf 250 Gramm Stuhl, greifen manche Menschen sofort zu Cola und Salzstangen. Das soll den Wasser- und Elektrolytverlust ausgleichen. Das haben sie mal irgendwo gelesen oder gehört.
Es ist richtig, dass man bei Durchfall unbedingt den Wasser- und Elektrolytverlust stoppen sollte, was auch ein Grund dafür ist, dass man Loperamid oder Racecadotril einnimmt, die den Durchfall stoppen.
Aber Cola und Salzstangen sind tatsächlich nicht zu empfehlen.
Cola enthält nämlich viel zu viel Zucker. Über 10 Prozent. Und Zucker zieht Wasser in den Darm. Das vergrößert den Wasserverlust also sogar noch.
Die Elektrolyte, die man verliert, kann man mit den Salzstangen auch nur bedingt ausgleichen. Das Salz auf den Salzstangen besteht aus Natriumchlorid. Das ist schon mal gut, um den Natriumverlust auszugleichen, aber man benötigt bei Durchfall nicht nur Natrium, sondern auch Kalium. Kalium wird durch das in der Cola enthaltene Coffein sogar noch vermehrt ausgeschieden.
Um den Wasser- und Elektrolytverlust auszugleichen, sollte man sich eine Elektrolytlösung herstellen. Und, damit man nicht noch mehr verliert, den Durchfall stoppen.
Um sich diese Lösung herzustellen, kauft man sich am besten ein entsprechendes Pulver in der Apotheke. Das geht am einfachsten und die Konzentration stimmt dann auch gleich.
Neben Glucose enthalten diese Pulver Natriumchlorid, Natriumcitrat und Kaliumchlorid in einem bestimmten Verhältnis zueinander.
Das Pulver eines Beutelchen wird in dem dafür vorgesehenen Volumen Wasser gelöst. In der Regel sind das 200 Milliliter.
Würde man zu wenig Wasser nehmen, wäre die Konzentration der gelösten Bestandteile zu hoch. Eine zu hohe Glucosekonzentration kann aber, wie im Fall der Cola, Wasser in den Darm ziehen und so den Durchfall verschlimmern.
Die Glucose erleichtert die Aufnahme des Natriums. Das liegt daran, dass über den Natrium/Glucose-Cotransporter 1 (SGLT1) im Dünndarm zwei Natrium-Kationen zusammen mit einem Glucose-Molekül vom Körper aktiv aufgenommen werden.
Wasser folgt den Natrium-Kationen und der Glucose dann passiv.
Dadurch ist dann auch gleich weniger Wasser im Darm vorhanden. Durch die Verminderung des Wassers im Darm wird der Darminhalt folglich etwas eingedickt, was dann sogar noch zu einer leichten Verbesserung der Symptome führt.
Das Natrium ersetzt also den Natriumverlust, und das Kalium den Kaliumverlust.
Das basische Citrat (Kation der Zitronensäure) wird hingegen benötigt, um den zu niedrigen pH-Wert des Blutes (Azidose) auszugleichen, der durch den Wasserverlust aufgrund des Durchfalls entstanden ist.
Erklärung für die Azidose: Säuren geben Protonen (H+-Ionen) in einer wässrigen Lösung ab, die dann mit dem Wasser (H2O) zu Hydroniumionen (H3O+) reagieren. Je höher die Konzentration der Hydroniumionen, also je mehr davon in einem bestimmten Volumen Flüssigkeit vorhanden sind, desto saurer ist die Lösung und desto niedriger der pH-Wert.
Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Konzentration an Protonen (H+) bzw. an den entstandenen Hydronium-Ionen (H3O+) in einer wässriger Lösung. Grob gesagt: Je mehr von diesen Hydroniumionen enthalten sind, desto niedriger ist der pH-Wert.
Verliert der Körper also Wasser, wird die Konzentration an diesen Hydroniumionen größer, da sie jetzt in weniger Wasser enthalten sind.
Mehr über Durchfall und wie man ihn behandeln kann, findet ihr in meinem zweiten Buch: #DerApotheker für alle Fälle


Bei diesem Artikel handelt es um eine überarbeitete Ausgabe meines informativen Infoletters.
Mehr Infos sowie eine Liste aller alten und zum Teil auch neuen Ausgaben des Infoletters findest du hier: Mein Infoletter
Weitere Themen, über die ich etwas geschrieben habe, findest du in der Themenliste.
Wer noch mehr dazulernen oder sein Wissen auffrischen möchte, findet weitere spannende Themen in meinen Büchern, in meinen weiteren Blogartikel und/oder kann auf meiner Steady-Seite meinen Infoletter #DerApothekerInformiert abonnieren.
Kurzfassung
Für meinen Infoletter gibt es mehrere Optionen.
Kostenlos: Einfach abonnieren und jede fünfte Ausgabe erhalten.
Für kleines Geld: #DerApothekerInformiert abonnieren
Für etwas mehr: Mitglied im #DerApothekerClub werden.
Mitglieder bekommen nicht nur jede Ausgabe meines Infoletters, sondern mit einer Jahresmitgliedschaft auch ein Buch nach Wahl mit persönlicher Widmung und weitere Vorteilen.
Disclaimer
#DerApotheker ist Teilnehmer des Amazon-Partnerprogramm, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Partner-Links zu Amazon.de Entgelte verdient werden können.






Schreibe einen Kommentar